In den letzten Tagen haben wahrscheinlich die meisten Insulaner das Schreiben des Ing.-Büros zur Trinkwasserversorgung bekommen. Hier kann es (in anonymisierter Form) nochmals heruntergeladen werden. Das Schreiben wirft viele Fragen auf und das Ing.-Büro hat auch erklärt, für Rückfragen zur Verfügung zu stehen. Ehe dort nun die Telefondrähte heißlaufen und wahrscheinlich viele Male ähnliche Fragen gestellt werden, schlage ich vor, dass wir unsere Fragen sammeln und dem Büro schriftlich (bzw. per Mail) stellen und um Beantwortung bitten. Ich denke, die Chance auf brauchbare Antworten wird dadurch verbessert. Ich habe unten schon mal zusammengestellt, was mir unklar ist. Wer weitere Fragen hat, kann sie (möglichst bis Mittwoch, 26.09.) hier in einen Kommentar schreiben oder mir per Mail zukommen lassen. Ich leite sie dann an das Ing.-Büro weiter.
1. Allgemeines
- In dem Schreiben ist ausschließlich von Trinkwasserversorgung die Rede. Nun plant der Abwasserzweckverband bekanntermaßen in erster Linie die Entsorgung des Abwassers der Insel. Gehen wir zu Recht davon aus, dass dies gleichzeitig mit den Trinkwasseranschlüssen durchgeführt wird?
- In welcher Reihenfolge und wann ungefähr sollen welche Arbeiten durchgeführt werden? Ein zumindest grober Zeitplan wäre hilfreich, damit man sich darauf einstellen kann. (Beispiel: Februar/März: Rodung, April/Mai: Erdarbeiten … etc,)
- Von welcher Stelle der Insel (gemeindeeigenes Grundstück im Nordosten oder im Südwesten) werden die Rohre zum Festland geführt? Auf der entsprechenden Planungsskizze endet die Trinkwasserleitung im Norden der Insel. Folglich dürfte der Anschluss von Süden erfolgen. Werden von Süden auch die Abwasserrohre verlegt? Oder ist etwa geplant, die Trinkwasserrohre im Süden und die Abwasserrohre im Norden anzuschließen, den See also zweimal zu unterqueren? Würde Letzteres ggf. nicht erhebliche (und sinnlose) Mehrkosten verursachen?
- Was ist in diesem Zusammenhang mit der neuen Stromleitung? Steht fest, dass diese verlegt wird? Besteht insoweit Einvernehmen mit dem Energieversorger (e.on)?
- Gibt es Planungen/Gespräche hinsichtlich der Verlegung eines Daten/Telefonkabels (Glasfaser) auf die Insel?
2. Technisches
- Wie muss man sich einen Wasserzählerschacht vorstellen? Schließt dieser eben mit dem Boden ab oder ragt er hervor? Kann er z.B. direkt im Eingangsbereich eines Grundstücks installiert werden?
- Was ist mit „erforderlicher Anschlusstiefe“ der Trinkwasserleitung gemeint? Trinkwasserleitungen sollten nach unserer Kenntnis frostfrei (also mindestens 50 cm tief?) verlegt werden. Welche anderen Kriterien für die Tiefe einer Trinkwasserleitung gibt es?
- Worauf bezieht sich „Geländeoberkante“? Die jeweilige Bodenhöhe dort, wo der Schacht gebaut wird? Oder das Gelände des Grundstücks selbst, das stark variiert? (Viele Grundstücke steigen unmittelbar nach der Grenze stark an, andere liegen tiefer als der öffentliche Weg.)
- Wird der Abwasseranschluss der einzelnen Grundstücke parallel mit dem Trinkwasseranschluss geführt, also neben den Wasserzählerschächten?
- Welche Tiefe ist für die Abwasserleitungen notwendig? Welche zusätzlichen technischen Einrichtungen (Pumpen etc.) sind für die Abwasserentsorgung geplant? Wo ist geplant, diese zu installieren?
3. Kosten
- Was umfasst „sämtliche Herstellungskosten für diesen Grundstücksanschluss“? Ist damit nur das kurze Stück Rohr gemeint, das von der Hauptleitung rechtwinklig abzweigt (incl. Wasserzählerschacht) oder werden die Kosten der gesamten Leitung auf der Insel (oder gar einschließlich des Anschlusses vom Land her) auf die einzelnen Grundstückseigentümer umgelegt?
- Wie werden ggf. die Kosten für die Trinkwasserversorgung von denen für Abwasserleitung und Stromkabel abgegrenzt? Erdarbeiten sowie der Durchstich unter dem See sind ja für alle zusammen notwendig.
Auch an dieser Stelle zunächst einmal ein herzliches Dankeschön für die wunderbare Umsetzung unseres Inselblogs an Hansjörg! Ich denke nicht zuletzt in Bezug auf das anstehende Wasserthema ist dies eine probate Plattform.
Die »Fragen zur Trinkwasserversorgung« betreffend:
Nachdem ich gestern mit Jochen und Michael kurz telefonisch über das Thema anläßlich des Schreibens des Ing.-Büros gesprochen habe läßt sich zusammenfassend sagen, dass wesentliche Fragen dankenswerterweise bereits von Hansjörg vorformuliert sind.
Unabhängig davon, dass es sowohl befürwortende als auch eher ablehnende Stimmen, das Thema betreffend gibt, denke ich, dass allen daran gelegen ist, dass das Verfahren nachvollziehbar und zu unser aller Zufriedenheit entwickelt wird.
Aus diesem Grund hat Jasemin am 04.10. einen Termin mit unserem Anwalt vereinbart um die Frage zu klären, ob es grundsätzlich sinnvoll ist, das Verfahren von unserer Seite aus anwaltlich begleiten zu lassen, und wenn ja, ob man dies auch gemeinschaftlich organisieren könnte.
Grund hierfür gibt bereits das Schreiben (welches wir z. B. noch nicht erhalten haben), dessen Inhalt wir grundsätzlich wir für bedenklich halten und uns fragen ,ob wir klug beraten sind dies widerspruchslos hinzunehmen.
Das namentliche Schreiben, das man mit etwas gutem Willen vielleicht als »prosaisch« bezeichnen könnte, stellt zwar den Veranlasser vor, gibt aber in der folgenden Darstellung in keiner für den Laien nachvollziehbaren Weise Informationen über Grund, Legitimität und Plausibilität des Zustandekommens des Vorhabens, der Auswahl der beteiligten Planer (bauausführender Firmen), Grundlage und Stand der Entwicklung en gros und en detail. Stellt allerdings bereits terminlich sportlich untersetzte Forderungen hinsichtlich planerischer Entscheidungen.
Wir schlagen deshalb vor, dass der Fragenkanon nicht an das Ing.-Büro sondern an den Veranlasser, den Abwasserzweckverband, gerichtet wird und das Ing.-Büro bzw. die Stadtverwaltung Teupitz mit informiert wird.
Insbesondere aufgrund der in dem Schreiben einberaumten Fristen soll aber zunächst diesem widersprochen werden.
Folgend, ergänzend zusammengefaßt, weitere Fragen:
Zu 1. Allgemeines
Stellungnahme über die Grundlage der Maßnahme
_selbst wenn diese sich auf die Grundlage der EG-Richtlinie „Kommunales Abwasser“ bezieht, muß diese plausibel sein – kurz, ist der Aufwand insgesamt zu rechtfertigen und wenn ja, wie ist dies belegt? Werden Alternativen vorgestellt bzw. wurden diese entsprechend geprüft?
_Werden die Maßnahmen umweltverträglich durchgeführt und sind diese, in diesem Sinne, im Ergebnis nachhaltig zu betreiben?
Zu 2. Technisches
_Was ist konkret die Grundlage der Planung (Frischwasser / Abwasser / Strom / Daten), wie ist diese technisch und logistisch übersetzt und gibt es (womöglich kostengünstige) Alternativen?
_Maßnahmen, die Durchführung betreffend: Was sind die (baulichen) Voraussetzungen die Infrastruktur / Wege / Zugänge?
_Wie ist es um die Nachhaltigkeit in Bezug auf Unterhalt und Wartung bestellt, wie hoch ist der Instandhaltungsaufwand?
Zu 3. Kosten
Konkretisierung und Differenzierung der Kosten.
_Welche Kosten müssen von wem getragen werden?
_Kosten die im Rahmen der Maßnahme entstehen durch die Herstellung entsprechender Infrastruktur?
_Wirtschaftlichkeitsprüfung: Investitions-, Folge- bzw. Unterhaltskosten?
_Kostenschätzungen allgemein betreffend: wie konkret fallen diese aus, welche »Spielräume« zu unseren Ungunsten gibt es?
Mit bestem Gruß, Jörg
*Jasemin hat bei der unteren Naturschutzbehörde Dahme-Spreewald-Kreis angerufen und mit dem Nachfolger von Frau Puff gesprochen – dieser ist bisher nicht in das Vorhaben involviert.
Ich gebe dir Recht, dass letztlich unser Adressat der AZV sein muss. Ich
habe auch schon mit Rüdiger gesprochen und wir planen, auch denen einen
Brief mit Fragenkatalog zu schicken, aber erst, wenn uns die Antworten des
Büros vorliegen. Die werden in vielen Punkten ohnehin auf den AZV
verweisen. Wir sollten dann dem AZV die Antworten des Ing.-Büros auch zur
Kenntnis geben. Auf diese Weise kann man sie vielleicht daran hindern, dass
sie Zuständigkeits-Pingpong spielen. Beide Briefe mit Briefkopf des
Stromvereins und unterschreiben mit dem Zusatz „Für den Vorstand“.
In der Tat, der Brief des Ing.-Büros ist unterirdisch. Vielleicht haben sie
den einen Praktikanten schreiben lassen. Wenn ich einen Brief schreiben
wollte mit dem Ziel, die Menschen möglichst zu verwirren und gegen mich
aufzubringen, würde ich das genau so machen …
Trotzdem hoffe ich, trotz der teilweise widerstrebenden Interessen, noch auf
kooperative Lösungen. Die Leute vom AZV, v.a. Mario Hecker, sind eigentlich
vernünftig und ansprechbar. Wir müssen Ihnen aber zweifellos klar machen,
dass sie uns nicht über den Tisch ziehen können sondern mit offenen Karten
spielen müssen. Prophylaktisch schon mal mit einem Rechtsanwalt zu sprechen
kann sicher nichts schaden.