Treffen zur Stromversorgung der Insel

Bereits bei der Inselversammlung Ende August 2019 wurde besprochen, dass es ein Treffen zwischen Insulanern, AZV und weiteren Beteiligten zum Thema Stromversorgung geben soll. Rüdiger hat sich engagiert und mit großer Hartnäckigkeit dafür eingesetzt, ein solches Gespräch zeitnah stattfinden zu lassen. Am vergangenen Donnerstag, den 17.10.2019, war es dann soweit: Im Amt Schenkenländchen trafen sich Herr Hecker und Herr Theel vom Abwasserzweckverband, Herr Nimpsch von der WTE Betriebsgesellschaft, Frau Engel und Herr Schmidt von den Voigt-Ingenieuren sowie Rüdiger und ich als Vertreter der Insulaner.

Rüdiger stellte zunächst einmal grundsätzlich die Sichtweise der Inselbewohner dar und wies vor allem auf Folgendes hin: Wenn irgendwann die Abwasser- und Trinkwasseranschlüsse gelegt sind, wird die Insel stärker frequentiert werden als zuvor. Insbesondere werden mit Sicherheit auch – da ja das Abwasserproblem gelöst ist – mehr starke Stromverbraucher wie Spülmaschinen oder Waschmaschinen in Betrieb gehen. Das alte Stromnetz, das auf 2,5 kW pro Grundstück ausgelegt ist, wird einer solchen Belastung nicht standhalten. Und wenn dann auf der Insel die Lichter ausgehen, und die Grundstücke wieder dementsprechend weniger genutzt werden, ist damit niemandem gedient – auch nicht dem AZV, der ja an einer eher intensiven Nutzung und entsprechenden Abwassermengen interessiert ist.

Wie bereits auf der Inselversammlung berichtet, wird der AZV auf eigene Rechnung zusammen mit den Rohren ein Stromkabel zur Insel legen, das ausschließlich der Stromversorgung der Abwasserpumpen dient (die auf den einzelnen Grundstücken installiert werden). Herr Hecker stellte nochmals klar, dass man hierfür nicht einfach ein stärkeres Kabel nehmen kann, das gleichzeitig den sonstigen Strombedarf der Insel deckt. Grund dafür ist, dass der AZV dann als Energieversorger auftreten würde, was vom rechtlichen Rahmen her nicht möglich ist. Wir brauchen also ein eigenes neues Stromkabel. Rüdiger hatte vorab bereits recherchiert, dass zwei Aluminiumkabel mit jeweils 240 mm² Querschnitt ausreichen dürften (bisher: 1 Alukabel mit 140 mm² Querschnitt).

Es bestand Konsens, dass wir unsere Kabel zusammen mit den Rohren und Kabeln des AZV in einem gemeinsamen Düker* verlegen können, um Kosten zu sparen. Der Inselverein muss jedoch alle Mehrkosten übernehmen, die von unseren Kabeln verursacht werden, bis hin zu möglichen zusätzlichen Planungskosten. Das wird letztlich Abgrenzungsprobleme mit sich bringen, aber mit ein bisschen gutem Willen aller Beteiligten sollte sich das lösen lassen. Zahlen können zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht genannt werden, eines ist aber ziemlich sicher: Das Vereinsvermögen wird dafür draufgehen – aber genau dafür ist es laut Satzung ja auch da. Das Ing.-Büro Voigt lässt uns die Kontaktdaten der Elektroplaner zukommen, die im Unterauftrag des Büros Voigt tätig sind. Mit denen können wir dann Weiteres besprechen. Ich werde zu gegebener Zeit berichten.

Auf Anfrage sagte Herr Hecker dann noch, dass die Baumfällarbeiten erneut vergeben sind, und zwar wieder an die Firma Richter. Dem Vernehmen nach haben die Probleme, an ein geeignetes Boot zu kommen. Ich habe zugesagt, dabei behilflich zu sein. Eigentlich sollen noch in diesem Jahr Bäume gefällt werden. Wir werden sehen.

Die Planung von Abwasser- und Trinkwasserversorgung ist weitgehend fertig. Nun steht die Phase der Genehmigungen durch diverse Behörden an. Laut Planungsbüro sind vor allem vom Wasser-und Schifffahrtsamt lange Bearbeitungszeiten zu erwarten. Es ist also nicht unbedingt unrealistisch, wenn wir davon ausgehen, dass mit den eigentlichen Bauarbeiten erst im Jahr 2021 begonnen wird. Aber auch das werden wir sehen.

Wir haben unsere Ansprüche angemeldet, unseren Willen kundgetan und gewissermaßen einen Fuß in der Tür. Wir haben ferner dringend darum gebeten, uns über die weiteren Schritte auf dem Laufenden zu halten, und das wurde auch zugesagt. Es wird noch Einiges zu klären und zu verhandeln geben, und wie es am Ende ausgeht, wissen wir noch nicht. Aber eines steht meines Erachtens fest: Es wäre eine Dummheit, wenn wir die Gelegenheit nicht nutzen würden, für einen zukunftssicheren Anschluss der Insel an das Stromnetz zu sorgen.

*Ein Düker ist eine Art Schutzrohr, das unter dem Seeboden durchgezogen wird, und zwar laut Ing.-Büro ca. 3 m tief unter dem Seeboden.

 

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