Die Insel und das Virus

Was liegt näher in solchen Zeiten, als sich auf eine Insel zurückzuziehen? Wir sind in sicherer Entfernung zu den Viren des Festlands und in unseren Gärten haben wir genug Platz und genug zu tun, damit uns die Decke nicht auf den Kopf fällt. Wir können uns glücklich schätzen, dieses Privileg zu haben.

Eine Insel ist eine Insel – aber natürlich kein rechtsfreier Raum. Es gelten die gleichen Einschränkungen wie überall und in unserem und im allgemeinen Interesse sollten wir uns daran halten. Die wichtigsten (kein Anspruch auf Vollständigkeit, Stand 29.03.2020):

  • Öffentliche Orte dürfen nur allein, mit einer weiteren Person oder Mitgliedern des eigenen Haushalts betreten werden (der Inselweg ist in diesem Sinne ein öffentlicher Ort).
  • Bei Begegnungen Mindestabstand 1,5 m, besser 2 m einhalten.

Eine vollständigere Auflistung der Regeln und Ausnahmen im Land Brandenburg findet man u.a. hier.

Da der Mindestabstand auf unseren Booten nicht eingehalten werden kann, verbietet es sich im Prinzip, mit Personen überzusetzen, die nicht zum eigenen Haushalt gehören. Ohnehin gehört das Besuchen von Freunden oder Bekannten ja nicht zu den Ausnahmen, für die das Betreten öffentlicher Orte gestattet ist. Sicher hatten viele von uns geplant, an den kommenden, voraussichtlich sonnigen Ostertagen Freunde oder Verwandte auf die Insel einzuladen. Aber wenn es auch schmerzt – das muss dieses Jahr ausfallen. Und das Osterfeuer auch.

Ein Besuch beim Nachbarn und ein Gespräch über den Gartenzaun (unter Einhaltung der Abstandsregel) ist sicher erlaubt und nach meiner Auffassung auch unproblematisch. Für die Kinder ist die Insel natürlich ideal, denn in den Gärten ist Platz zum Spielen und Toben. Auch die Kinder sollten jedoch – soweit dies eben möglich ist – dazu angehalten werden, die Regeln einzuhalten und z.B. keine fremden Grundstücke zu betreten.

Das ist alles nicht schön und es schränkt unsere Freiheit bis an die Schmerzgrenze ein. Dennoch appelliere ich an alle Insulanerinnen und Insulaner, die Regeln einzuhalten. Denn zum einen will natürlich niemand krank werden – und viele von uns zählen nun mal schon altersmäßig zur Risikogruppe. Vor allem aber kommt es jetzt darauf an, die Ausbreitung des Virus so zu verlangsamen, dass die Kapazität unserer Krankenhäuser für die Behandlung aller Fälle mit schwerem Verlauf ausreicht und nicht – wie in Italien – die Behandlung älterer Menschen mangels Beatmungsgeräten eingestellt werden muss.

Und einen kleinen Nebenaspekt gibt es auch noch: Wir wollen vermeiden, dass das Verhältnis zwischen Insel und Teupitz dadurch belastet wird, dass – zu Recht oder zu Unrecht– der Eindruck entsteht, die Insulaner wären leichtsinnig und schleppten womöglich das Virus ein. Für überzogene Reaktionen wie im Landkreis Ostprignitz-Ruppin, der zwischenzeitlich für Menschen aus Berlin – auch solche mit Zweitwohnsitz in OPR – gesperrt wurde, sollten wir keinen Anlass liefern.

Ja, wir machen eine schwere Zeit durch. Aber je vernünftiger wir uns verhalten, desto glimpflicher werden wir alle davonkommen. In diesem Sinne wünsche ich allen Insulanerinnen und Insulanern, allen ihren Freunden und Verwandten eine gute und vor allem gesunde Zeit!

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